Dienstag, 13. März 2012

Erwartungen an ein Spiel

Ich glaube ihr kennt das, wenn ihr zum ersten Mal bei Youtube oder auf einer anderen Plattform einen Preview Trailer zu einem Spiel seht. Noch grösser werden diese Erwartungen wenn ihr schon einen Vorgänger gespielt habt und eigentlich eine Verbesserung erwartet.



Heute am Beispiel von Resistance 3, das deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Eine Enttäuschung in vielerlei Hinsicht, auch was das Game Design angeht und das Story Telling.

Woher kommt aber meine Enttäuschung? Aus einer Erwartungshaltung die man als Spieler/Kunde auch haben darf, wenn es schon eine Trilogie ist. 

Es ist schon fast eine Wut über das Unvermögen von gewissen Entwicklern die falsche Entscheidungen treffen. Nicht das die Resistance Reihe je eine Konsistenz im game design und gameplay hatte, aber was mit dem 3. Teil geboten wird, ist nicht nur schlecht, sondern einfach nur langweilig.

Wir sassen also vor dem Bildschirm... zuerst einmal ein Installationsmarathon, was für eine Konsolenspiel sowieso schon ein Witz ist. Danach noch einen Key eingeben um das schlechte Multiplayer Erlebnis anzuspielen auf viel zu klein geratenen Maps... kein Wunder kauft das Spiel keiner wo doch Battlefield 3 draussen ist. 

Zuerst der Storymodus - für uns war relevant wie der Co-Op Modus aussieht, der in Teil 2 einfach nur genial war, weil dort verschiedene Maps mit 8 Spielern bespielbar war... es war völlig egal ob man Storymodus spielen konnte oder nicht, weil das war der eigentliche Kaufgrund für dieses Spiel. Zur Erklärung: 8 Spieler konnten gemeinsam gegen PvE Gegner antreten, dabei beschritt man immer wieder verschiedene Wege was die ganze Sache sehr dynamisch machte und der Wiederspielwert war fantastisch. Es gab die Healer-Klasse, Gunner, Scharfschützen der Munitionskisten werfen konnte. Selbst diese Aufteilung haben die Entwickler von Resistance 3 gekippt...


Nun in Resistance 3 hat man entschlossen diesen entscheidenden Inhalt wegzulassen. Das Ergebnis: Niemand interessiert sich für Resistance 3. Gleiches Prinzip gilt auch für ein MMORPG, weil die Spieler erwarten gewisse Inhalte und Systeme schon aus Gewohnheit. 

Der Erfolg von Entwicklungsstudios hängt also auch damit zusammen, ob man die richtigen Inhalte für sein Spiel auswählt. Häufig wird zu sehr auf den Storymodus ein Gewicht gelegt... auch bei Mmorpg verbringt der Spieler schlussendlich mehr Zeit damit irgendwelche alternativen Dinge zu tun. Quests werden einfach als Weg zum Ziel gesehen und sind für einen Grossteil der heutigen Spielerschaft sogar völlig irrelevant. 

Der Entwickler insomniac hat es aus meiner Sicht einfach nicht geschafft die Erwartungen zu erfüllen. 

Was nützt eine 90er Wertung wenn das Spiel keiner kauft? Da läuft ziemlich was schief, wenn das Spiel angeblich so toll sein soll... was es aber in Wirklichkeit nicht ist. 

Immerhin schenkt der Spieler einem Spiel etwas sehr bedeutsames: Seine Zeit. Mittlerweile entscheiden sich viele gegen gewisse Spieler, weil 1. Geld 2. Zeit ein entscheidender Faktor ist. Viele Entwickler haben noch nicht verstanden das die Spieler ein Erlebnis wollen und wenn sie dieses im Spiel nicht finden können (8 Co-Op) wird das Spiel nicht gekauft. Es ist egal wie gut der Single Player Modus sein könnte, weil es einfach fehlt. Selbst ein Nachreichen per DLC halte ich für unmöglich, weil das wahrscheinlich nur ein schlechter Abklatsch wird oder eine Improvisation, die wahrscheinlich nicht sehr viel Spass machen wird.


Resistance 3 ist nicht schlecht, aber die Verkaufszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Der Spieler von heute hat schon genug Ego-Shooter im Regal stehen, die vielleicht den Anspruch haben eine gewisse Qualität aufzuweisen, den Spieler aber mit fehlenden Inhalten nicht überzeugen können..


Beispiele von Spielreihen die es geschafft haben: